Ungeplant, undurchdacht, einfach einen Schritt nach vorne tun. Das Glatteis der Realität, vor der ich mich die Jahre versteckte. Irgendwie versuche ich es, trotz der Angst und trotz der Verwirrung.

Das Feedback, welches ich bekomme, ist schwierig zu bewerten. Unverständnis, Irritationen. Selbstverständlich eigentlich, wenn ich mir so überlege, wie verwirrend das “Dahinter” sogar für mich ist, die Person, welche schon seit einer Ewigkeit damit lebt und jetzt bereits seit mehreren Jahren versucht, es zu ergründen.
Irgendwie ist es ein neuer Versuch heraus zu finden, wer ich denn wirklich bin. Und wie ich es schaffe mit der Welt da draußen in Kontakt zu kommen, ohne dass ich strauchele oder in meine bekannten Lösungsmechanismen verfallen,
- das Funktionieren oder
- den Rückzug.
Es sind zwei Extreme. Sie haben mich dazu gebracht, dass ich vollkommen verwirrt war und nicht mehr ein noch aus wusste.
Und dann ist da noch dieses andere. Das vollkommene Abhanden Sein einer inneren Stimme, die mich schützt, die mir Gutes möchte. “Hey, pass auf dich auf!”, “Ist doch nicht so schlimm!”, “Du schaffst das schon!” “Du bist es wert!”.
Nach den Momenten, in denen ich etwas “Anders” machte, nachdem ich am Ende alleine war in der Verwirrung und dem gefühlten Misserfolg, da war nichts, was mich stützte. Okay, nichts ist wohl nicht war. Denn die Vernunft ist mein ständiger und zuverlässigster Begleiter.
Der Begleiter, der verhinderte das ich fühle, spürte, den Raum einnahm, den ich mir hätte nehmen müssen, der notwendig gewesen wäre für meine Entfaltung. Ich habe immer verstanden, immer zurückgesteckt. Denn ich war ja ein schlaues und vernünftiges Kind.
Ich war ein einsames Kind, ein sehr trauriges Kind. Hinter dem gut funktionierenden, dem, dass sich vernünftigerweise gut fühlte, weil es ja alles hatte, was es scheinbar braucht.
In dieser Erkenntnis versteckt sich die schwierigste Herausforderung meines Genesungsprozesses. Ich muss und möchte es anders machen. Ich muss fühlen, ich muss zuhören und nachfragen und Raum einfordern. Wenn es doch nur nicht so unendlich schwer wäre, wo die innere Überzeugung, “ich sei irrelevant und es nicht wert”, so tief sitzt und gar nicht locker lassen möchte.